
Für Konservativität ist bei All For Nothing kein Platz. All Or Nothing ist Hardcore, um genauerer zu sein, niederländischer Hardcore mit Frontfrau. Und der ist super. Nachzuhören auf dem aktuellen Album der Jungspunde „Can´t Kill What´s Inside“.
2002 in Rotterdam gegründet, erspielen sich Cindy (Gesang), Ernst-Jan (Gesang, Gitarre), Melvin (Gesang, Gitarre), Badr (Gesang, Bass) und Richard (Drum) mit erstklassigen melodischen Old School-Hardcore schnell einen guten Ruf in der Hardcore-Szene. Die Band kommt rum, spielt zahlreiche Konzerte und unterschreibt einen Plattenvertrag bei Swellcreek, bei denen auch andere aufstrebende Hardcore-Bands unter Vertrag stehen.
Im Winter beginnen die Arbeiten zum Debütalbum „Can´t Kill What´s Inside“. 2007 erscheint es und serviert dem Hardcore-Freund Hooks, rasendes Tempo und schöne Chöre. Es ist laut, hart und gut produziert, was bei diesem Musikstil immer noch erwähnenswert ist. Alles nicht unbedingt innovativ, aber gut gemacht, für Freunde von alten Knallern als auch für Fans neuerer Bands wie Comeback Kid. Hinzu kommt Frontfrau Cindy van der Heijden, die All For Nothing das gewisse Etwas gibt, was die Band aus der Masse herausragen lässt.
Geilste Backgroundchöre, schnelle, punkige Parts und ein heiserer, angepisster Sprechgesang von Sängerin Cindy sorgen im Falle von “Miles And Memories” für ein eindeutiges Verlangen nach Mehr. Aber zuerst einmal geniesst man Song für Song und denkt jedes Mal erneut, “verdammt, wie geil geht das Kino denn ab!”. Hier gibts nämlich satte 12 Tracks, die mit rohem Oldschool-Hardcore in seiner schönsten Form aufwarten. Und dabei gehen die Holländer absolut keine Kompromisse ein. Von Sekunde 0 bis zum Schlussakkord gibts mächtig eins auf die Mütze. Unglaublich druckvoll und intensiv klopfen sie sich durch den Silberling. Die mehrstimmigen Backgroundvocals sorgen immer wieder für eine tolle Stimmung und die punkigen Rhythmen treiben die Tracks in einem flotten Tempo voran. Dreckige Riffs tun Ihr Übriges dazu, um aus dem Album ein wahres Energiebündel zu machen. Die Sing-a-long Chöre, die im Titeltrack “You make us fell alive” brüllen, werden die fingerpointende Masse bei einer der kommenden Liveshows in einen wüsten Circle-Pit verwandeln, der sich selbst bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Kein Wunder, denn bei so viel Druck und Power kann man einfach nicht ruhig stehen oder sitzen bleiben, sondern muss alles in Grund und Boden stampfen. Hell yeah! All For Nothing sind richtig, richtig gut und haben im Falle von “Miles & Memories” alles richtig gemacht. Egal ob Hardcore-, Punk- oder Metalkid, diese Band hat für alle was zu bieten.
Die Lady am Mikro kann mindestens genauso viel wie Candace von Walls Of Jericho, wobei im Falle von All For Nothing mehr Wert auf Sprechgesang im Oldschool-Style gelegt wird, als auf wüstes Gebrüll, was mir persönlich weitaus besser gefällt. Diese holländischen Hardcorebomber werden Euch also mächtig das Trommelfell verhauen! An dieser Scheibe kommt man nicht vorbei. Ausser man möchte was Essentielles verpassen.


Aus Bochum kommen die fünf Jungs, die zusammen die Formation Coax gebildet haben. Anfang 2007 waren die Segel dann musikalisch in Richtung 'positive Hardcore' gesetzt und ab ging es. Gegen Mitte 2008 nahm man die neue Demo auf, welche fünf Songs beherbergt. Positiver, melodischer Hardcore ist es, was die Band auch heute noch fabriziert.


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